Montag, 10. Mai 2010
Kunstfehler.

Ich erinnere mich an so einige Missverständlichkeiten. Dass Künstler arm sein müssen beispielsweise. Oder dass die besten Ideen in der Krise entstehen, und drum die Kreativen gern mal klein gehalten werden.
Was für ein himmelschreiender Blödsinn, dachte ich immer, aber wo liegt denn nun der Knackpunkt der Differenzierung?
Ha, ich habs geschnallt, wie man das in Worte packen kann:

Die großen Dinger entstehen, wenn man frei genug ist, den Klebstoff der Moleküle zu sehen und zu spüren, die die Welt zusammenhalten (ich selbst bezeichne das als "Gott", da mag man jetzt einen Schreikrampf kriegen oder nicht), das zu erpüren, was einelne Elemente zu Molekülen schraubt, und damit einen Blick ins grosse Ganze werfen zu können, ins Universum sozusagen.
Eine der Grundbedingungen ist -- wie schon gesagt -- eine gewisse Freiheit. Eine Freiheit, die völlig abseitig von den alltäglichen Zwängen hängt (und wenns nur die Sache mit dem Altglas ist). Dummer Zufall, dass sich so ein Zustand hin und wieder auch einstellen kann, wenn man grad so echt garnix mehr zu verlieren hat, wenn eh alles egal ist. Man kann so einen Zustand aber auch haben ohne die pure Not am Allerwertesten. Der Knackpunkt ist nur, dass er nicht besonders alltagskompatibel ist. Wo kämen wir schließlich hin, wenn wir alle nur noch tun und lassen würden, was die Inspiration uns ins Gehirn ballert. Aus Krankenschwestern würden ja tatsächlich Schriftestellerinnen und Malerinnen werden. Und wer soll sich dann um all die Kranken kümmern, die krank sind, weil sie sich lebenslang verbogen haben ohne es zu merken...

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Beautiful Daisy.

Schweinebraten wär net schlecht. Jetzt.
Eigentlich ist es eine Schweinerei, dass man erst 40 werden muss, um zu merken, was man eigentlich vom Leben noch will bzw. was man immer hat tun und machen wollen, und dass der Thrill vom "Schätzle, du musst aber mit irgendwas Geld verdienen" erst dann relativiert wird.
Wer mich kennt, weiss, dass ich eigentlich Konditorin werden wollte, nachdem man mich als Stukkateur-Azubi nicht wollte, weil ich ein zu kurz geratenes Mädchen war. Ich back noch heute Kuchen als ausgleichende Gerechtigkeit, und bin berüchtigt für einige meiner selbst zurechtgezimmerten Schokoladenkuchen. Vor allem für den Orangen-Schokolade-Kuchen, der einen schlicht besoffen macht. Seis drum, den Beruf hatte ich mir einst ausgeguckt, weil man da so variabel weitermachen kann. Konditoren können zur Not auch Brot backen, hinter der Theke stehen oder als Eis- oder Schokoladenmacher ihren Schnitt machen. Fürs Cocktailmixen war ich leider auch zu klein, ich kann nicht übers Tresenbrett gucken ohne Stehleiter, so berüchtigt meine Pina-Coladas auch immer waren (das Geheimnis ist der Rum, da darf man nicht irgendeinen Rum nehmen).

Ich werd die nächsten 20 Jahre, so ich sie denn überhaupt erlebe, jedenfalls kein Design mehr machen, außer man fällt vor mir auf die Knie und BETTELT darum. Aber ich werd die Welt mit Unterrichtskonzepten und Workshops zuballern, dass es nur so raucht, auch wenn die Themen nicht grad lustig-kompatibel sind. Bin gespannt ob der Kunst-Workshop zum Thema Tod machbar ist, schliesslich ist das mein ganz persönliches Spezial-Thema. Wenn, scheiterts am Umstand, dass der über Samhain geplant ist, und auch der Hausmeister mal frei haben will.
Ich hab mittlerweile bewiesen, dass ich unterrichten kann, auch wenn man mir 20 Jahre das Gegenteil weissmachen wollte, weil ich kein Pädagogik-Studium absolviert habe.

Ob einen das ernährt? Ist mir ehrlich gesagt aktuell scheißegal. 15 Jahre für Null und Nix schuften wie blöd hat mich nicht reich gemacht, also was solls, schlimmer wirds eh nimmer.

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by ratte (22.03.18, 07:28)
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das wintermärchen doch einfach mal da wirst du vieles von...
by wilhelm peter (10.01.15, 22:30)
den heine zu bringen,
bei diesem text. da muss ich mich räuspern. entschuldigung.
by don papp (10.01.15, 21:18)

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