Mittwoch, 8. Juni 2011
Tischbein.

Wer hat eigentlich Tischdecken erfunden? Ich würde ihm jetzt und auf der Stelle gerne mal Meinung sagen.
"Hör mal," würde ich sagen, "diese Dinger sind die Hölle. Draußen fliegen sie einem um die Ohren, und will man das nicht, muss man extra spezielle Klemmen dafür haben -- und beten, dass die Drecksdinger auch an den Tisch passen. Drinnen schmieren die Kinder Nuss-Nougat-Creme drauf sobald man 3 Minuten nicht hinguckt, und dann muss man die Dinger waschen, und weil sie aber nie wirklich sauber werden, wenn man den Hausfrauen-Zaubertrick mit den teuren Spezial-Waschmitteln nicht anwendet. Außerdem ist kein Bügelbrett der Welt gross, und wenn man wie ich das unsägliche Glück hat, welche mit Leinen-Anteil geerbt zu haben, muss man sie vor dem Trocknen dehnen und bügeln, wenn sie trocken sind erneut befeuchten und mindestens von vorne UND hinten bügeln, damit die Gläser nicht umfallen, wenn man sie auf den gedeckten Tisch stellt. Hast du irgendwie Langeweile gehabt, als du dir diesen Scherz ausgedacht hast?". Maul, mopper, stänker.

Das Bein des Anstoßens ist in Wirklichkeit der Tisch selbst. Einen Altar (der auch nur ein symbolischer Opfer-Tisch ist) verhüllt man schließlich auch mit symbolischen Leichentüchern. Man kann so einen armen Tisch ja nicht einfach naggich herumlaufen lassen. Züchtig das Bein bedeckt und nur bei bester Rasur in aller Verschwiegenheit entblößt. Dann, wenns ne Schweinerei (oder eine Totenfeier?) gegeben hat.

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Besitz des Glaubens.

"Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin."
So in etwa lautete ein Spruch, der in den 80ern. Heute wissen wir: Sprüche verändern die Welt nicht, aber Sprüche machen einem ein schlechtes Gewissen, wenn man entscheiden muss, wie man handelt. Immerhin.

Stell dir also vor, jeder könnte Sex haben, aber keiner tut es.

In einer Anthologie las ich neulich einen interessanten Satz über die Entstehung des sexuellen Tabuisierung: die (männliche) Religion ziele vor allem darauf ab, Sexualität unter Kontrolle zu bringen, im besten Fall zu ritualisieren (wie im Schabbes), vor allem aber zu kontrollieren (Ehe-Gelübde) und im schlimmsten Fall das böse böse Weib unter Kontrolle zu bekommen, indem man das Weib verstümmele und verschleiere. Denn in einer männlichen Religion, so meine Schlussfolgerung, schafft sich die weibliche Seite Gottes wie der Menschheit notgedrungen ihre Subkultur, da sie ja von vorne herein in der Religion nichts zu suchen hat -- trotz allem notgedrungen aber existiert.
Nun, es gibt Gründe, warum Menschen Regeln haben. Die meisten haben ursächlich damit zu tun, dass sich Menschen nicht willkürlich gegenseitig die Köpfe einschlagen. Doch wer stellt die Frage danach, weswegen Menschen sich potenziell die Köpfe einschlagen -- ausser den Profilern und Kriminalisten, die das längst wissen? Es geht dabei immer um Macht, Habgier, Besitz, Lust, Sex, verletzten Stolz. Was schon mal auch die die Sexualität betrifft, denn solange die Frau oder der Mann zum "Besitz" gehört, rauscht die Gewaltanwendung auch in diese Richtung.

Um also Sex zu haben, müsste man erstmal die (männliche) Religion abschaffen?

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Cliff Atkinson: "Erzählen statt Aufzählen"

Die Zeit war schon vor 10 Jahren reif für eine Revolution: den Klick im Hirn, der merkt, dass es bei Vorträgen um Inhalte gehen sollte, und nicht um selbstgebastelte Ego-Shooter in Listenform, aufgerüscht mit lustigen Clip-Arts.
Das Buch ist für jemanden, der weiss, was ein "Drehbuch" ist, der weiss, wie visuelle Kommunikation eigentlich ist, unglaublich beschissen zu lesen. Jemand, der sich mit diesen Dingen aber noch nie befasst hat, wird schnell feststellen, dass er besser doch hin und wieder auf einen Designer hören sollte.
Denn der Kurz-Ausflug in die visuelle Denke der Übersetzung vom Blah zur Aussage und von dort zum aussagekräftigen Bild ist zwar gegeben, bleibt notgedrungen aber stecken. Trotzdem ganz witzig für jeden, der die Schnautze gestrichen voll hat von Vorträgen, die anöden.

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by ratte (22.03.18, 07:28)
denken ist nicht degoutant lies
das wintermärchen doch einfach mal da wirst du vieles von...
by wilhelm peter (10.01.15, 22:30)
den heine zu bringen,
bei diesem text. da muss ich mich räuspern. entschuldigung.
by don papp (10.01.15, 21:18)

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