Samstag, 29. Januar 2011
Portishead: Dummy.

Wie immer hatte ich anderes vor (eigentlich wollt ich nur ne Packung Henna), und wie es dann aber doch immer wieder kommt: der HERR schiebt mich in das CD-Regal, das mein Schicksal sein soll.
Prima denk ich, schiebt mich der HERR jetzt GLEICH in die Indie-Abteilung, is jetzt schon wieder Hopfen und Malz verloren mit Pop?
Steht sie da einfach so rum. Die CD, die ich jetzt ganz dringend zu brauchen schein. Die ich schon mit Frau S. ein Jahr lang von Tape dauergenudelt habe, das Wut-M und Feuerzeuge vom kackgrünen Sofa aus an die Küchenwand, wenn wir wieder Liebeskummer hatten. Und den hatten wir eigentlich immer. Schneeweisschen und Rosenschwarz, leerer Kühlschrank und eine Beziehungskatastrophe nach der anderen. Ich mag dieses Kackgrün heute immer noch. Es klebt an meiner Zimmerwand. Das Sofa und der Kühlschrank sind mittlerweile gestorben, Frau S. hatte mir irgendwann nichts mehr zu sagen weil wir unwissentlich denselben Kerl.... Drama. Was blieb, war Portishead in meinem Kopf.
Bis die CD eines Tages per Post auf meinem Schreibtisch lag, der Absender damit mein Herz eroberte, es brach, und ich ihm die CD (mit einigen anderen) zurückgab. (Irgendwie sollte ich mir von Männern keine CDs schenken lassen. Und keine Bücher. Und keine Mäntel, die man dann zerschneiden müsste, weil man sie zusammen gekauft hat).
Zwischendrin lag seine Cousine im Koma, ich hörte diese CD, als ich das einzige Mal mit ihr sprach, und sie mir Dinge erzählte, die mich verstehen machten. Warum sie sterben wollte.

Sieben Jahre habe ich diese Musik nicht mehr gehört.
Alle Sieben Jahre, sagt man, beginnt ein neuer Lebenszyklus.
Die Musik hört sich exakt so an, wie ich mich fühle. Ich verstehe den Text kaum, aber darauf kommts ja nicht an, sondern auf das Gefühl, das sie macht, sagte mal ein kluger Mensch.
Its funny to feel like a human dummy.

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Der Schuh der Nachhaltigkeit.

Eigentlich hätte ich wegen der Nachhaltigkeit heute dreimal in Joggingshuhen um die Stadt rennen müssen. MIT den Comics aus der Leihbücherei selbstverständlich. Gehört sich schließlich so für einen Soldaten der grafischen Novelle.
Ging aber nich.
Musste Stiefeletten mit 6cm-Absatz einlaufen.
Den Weg also zu Fuß in neuen Schuhen, denn pro Paar Schuhe muss Frau schließlich wissen, wo sie in Zukunft das schit Tape aufkleben muss, und wie weit sich die Dinger laufen ohne schreien zu müssen. Soldaten kennen schließlich keinen Schmerz.
Ging eigentlich. Singen statt schreien funktioniert super.
Nur mit DEN Blasen an den Zehen komm ich jetzt nimmer in die shit Joggingschuhe rein.

Gilt die Stöckeletappe jetzt trotzdem bitte als "einmal Sport gemacht", der Nachhaltigkeit wegen? Beim Rennen kann man so schlecht singen....

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by wilhelm peter (10.01.15, 22:30)
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bei diesem text. da muss ich mich räuspern. entschuldigung.
by don papp (10.01.15, 21:18)

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