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In Love with Scott McCloud.
Man bat mich also, ein Seminar übers Comiczeichnen abzuhalten. Abgesehen, dass sowas runtergeht wie Öl (und kein Mensch weiss, ob es genug Teilnehmer geben wird sodass der Kurs überhaupt stattfindet), schält es ein uraltes Phänomen der Comiczeichnerei frei: fehlende Literatur.
Als ich noch jung und Schlafentzug durch Überarbeitung für eine lustige Droge hielt, und in diesem Zustand seufzend über meinen Texter geflucht habe (Verbal-Polit-Erotik von einem Texter, der sich für Dirty Harry hält ist ziemlich blöd in Panels zu packen), gab es da nur ein einziges Buch: "Comics richtig lesen" von McCloud. Mittlerweile ist auch der Klassiker von Will Eisner übersetzt worden. Aber forscht man weiter, findet man wieder nur: McCloud. Mit zwei anderen Werken, das jüngste nennt sich "Comics machen". Und ist uneingeschränkt empfehlenswert. Was wieder deutlich wird: als Comiczeichner muss man entweder Masochist oder bekloppt sein (offenbar hab ich von beidem was). Comics zu machen ähnelt der Zwangsneurose, Geschichten zeichnen zu MÜSSEN. Die Zeichnerei ist nicht nur komplex (die meisten stellen sich da schnell hingeworfene Meisterwerke vor, und wissen nicht, dass es wirklich harte, manchmal zermürbende Arbeit ist), sie kettet einen auch noch für lange Zeit am Zeichentisch fest, und "bricht einem das Herz", wie es der Peanut-Erfinder Charles Schulz einst sagte.
Didaktisch relevante Literatur gibt es überhaupt keine. Nicht einmal in anderen Sprachen, wenn ich McCloud Glauben schenken will, und ich weiss aus eigener Erfahrung, was Gestaltungs-Professoren und andere gebildete Menschen vom Comic an sich denken. Dass es sich dabei im Prinzip um die Urform der non-verbalen Kulturdokumentation handelt, die sich den Mitteln der Kunst, des Films, der Illustration und der Literatur gleichermaßen bedient (und ergo beherrschen muss, incl. deren Technik in Aufbau, Struktur, Spannungsbogen, Dialektik und Grammatik), steht dem entgegen. McCloud dokumentiert Prinzipien, die visuelle Erzähltechnik entfusselt, und hilft mir nun gleichfalls, mein didaktisches Konzept zusammenzustöppseln und zu vervollkommnen.
Denn wenn ich was weiss, dann, dass sich Comiczeichnen nicht aus dem Buch lernen lässt, das muss man TUN. Ich hätte mir wenigstens ein BISSCHEN Anleitung gewünscht. Warum eine Sequenz zu unübersichtlich ist. Oder zu dicht. Und wie man Texte gescheit kürzt. Was aber die für mich relevante Quintessenz des frisch ausgelesenen Buches ist, steht erst auf der letzten Seite in den Anmerkungen: 1. Lerne von Jedem.
2. Folge niemandem.
3. Versuche, die Struktur zu erkennen.
4. Arbeite wie besessen.
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Drei große Fragezeichen und ein schreiender Wecker.
Nennt mich Wecker-Killer.
Es gibt Menschen, die werden nicht zu den gewünschten Zeiten wach, weil sie über ein wirtschaftlich inkompatibles Bio-Rhythmus-System verfügen. Das gilt für rund 80% aller Kinder zwischen 3 und 21 Jahren und für rund 20% der Erwachsenen. Die meisten Menschen mit diesem Problem arbeiten in Berufen, die in dieser Hinsicht kompatibel sind. Was allerdings niemals kompatibel ist, ist die Schule. So, wie die meisten Kindergärten und Kindertagesstätten mit Berufen wie dem meinen völlig inkompatibel sind (welche Kinderbetreuung hat bis 22.00 Uhr geöffnet?!), so sind es die Schulen. Und für Leute wie mich bedeutet das: beständige Disziplinierung unter Aufbringen nicht nur kreativer, sondern auch kräfteraubender Ressourcen.
Und es bedeutet: ich sammle Wecker.
Batteriebetriebene Höllenmaschinen, Funkwecker, Radiowecker, Wecker eben. Derzeit sind es nur noch vier plus die Weckfunktion vom Handy (die aber zu leise ist um mich wach zu kriegen, immerhin muss ich mitten in der Tiefschlaf-Phase wach werden, da braucht es schwerere Geschütze als sanftes Piepen), denn es hat sich herausgestellt, dass nicht jeder Wecker das hält, was er verspricht (einer davon klingelt aus Prinzip nur Donnerstags nicht, der andere wird an Dienstagen zum Schweighöfer). Ich habe keine Ahnung, wie viele Wecker ich schon weggeschmissen habe, weil sie aus dem für mich nötigen morgendlichen Radau (der durchaus an das ???-Hörspiel erinnert) verweigert haben. Was letztlich zu einer Wecker-Hysterie führte. Manchmal bleibe ich die ganze Nacht lang wach, um zu überprüfen, ob das Ding schreit, oder ich nur wieder nicht davon wach geworden bin (also meist von Montag auf Dienstag und von Mittwoch auf Donnerstag). Meist klingelt der Wecker tatsächlich nicht, und dann muss ich einen neuen kaufen.
Und ich bin immer auf der Suche nach den Höllenmaschinen der 60er und 70er Jahre, auf Flohmärkten, in Gebrauchtwaren-Läden. Und ich denke, ich werde mir das Wecker-Sammeln zum Hobby aufbrezeln. Was Warmes braucht der Mensch halt.
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das ist das Leben. Es
besteht aus einer Ansammlung von Verlusten, mit denen man...
by ratte (28.03.18, 06:25)
Das ist ganz schön
deprimierend.
by sakana (22.03.18, 17:05)
Interessant. Nun sitz ich da
mit meinem frisch und ungewaschenen Hals, und wundere mich über...
by ratte (22.03.18, 07:28)
denken ist nicht degoutant lies
das wintermärchen doch einfach mal
da wirst du vieles von...
by wilhelm peter (10.01.15, 22:30)
den heine zu bringen,
bei diesem text. da muss ich mich räuspern.
entschuldigung.
by don papp (10.01.15, 21:18)
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